Montag, 4. März 2013

Barcelonas anhaltende Probleme

Mittwoch Abend gegen 23:00 Uhr stand so mancher Barcelona-Fan vor einer Situation, wie es sie in den letzten Jahren nur äußerst selten zu bewältigen gab. Barcelona hatte verloren. Erneut verloren. Nach dem 0-2 gegen Milan in der Champions League folgte nun eine Niederlage im Clásico gegen Real Madrid. Und diese tat fast noch mehr weh, ein 1-3 im heimischen Camp Nou, gegen eine Mannschaft, die seit Beginn der Saison 12/13 auf Selbstfindungstour scheint. Nur wenige Tage später folgt, eine erneute Niederlage. Diesmal gegen eine B-Elf aus Madrid, die es dennoch fertig brachte das Starensemble auszubremsen.

Es waren wahrlich keine glorreicher Abende, weshalb sich die Frage stellt, wann der Glanz in Barcelona verloren gegangen ist. Oder ist er überhaupt verloren gegangen? Vielleicht ist er nur verdeckt aus einer Schicht aus Unglück und bitteren Schicksalsschlägen. Oder markieren diese drei Spiele doch das Ende der Ära, des FC Barcelona wie man ihn in den letzten Jahren kennen und schätzen gelernt hatte?

Es gilt für die Verantwortlichen, eine Lösung zu finden. Aber erst mal müssen die Probleme erkannt werden, gegenüber denen sich das Trainerteam bisher konsequent verschloss.

1) Die Abwehr

Der FC Barcelona trägt seit Beginn der Saison einen schweren Stein am Fuß, die Abwehrarbeit erschwert seit dem Start in die Liga gegen Real Sociedad, das Dasein als Barcelonafan. Nicht nur, dass Barcelona in den letzten 13 Spielen immer ein Gegentor bekam, in der Liga steht  man derzeit bei 30 Gegentoren. Im Vergleich dazu: Letztes Jahr bekam man in allen 38 Spielen insgesamt nur 29 Gegentore. Im Schnitt sind dies etwa 1,2 Gegentore pro Spiel, letzte Saison waren es noch 0,7.

Gründe für diese Schwächung gibt es viele. Es beginnt bereits beim Pressing nach Ballverlusten. Unter Guardiola attackierten die Spieler höher, die Bälle wurden oft bereits in der gegnerischen Hälfte gewonnen. Führte dieses Gegenpressing nicht gleich zu einem Ballgewinn, so waren die Bälle des Gegners meistens ungenau und konnte einfach von den Verteidigern und vor allem von Sergio Busquets eingesammelt werden. Ob gewollt oder nicht, das Pressing hat stark abgenommen und so werden nicht nur die Chancen für den Gegner quantitativ mehr, die Abwehrreihe des FC Barcelona wird so auch immer öfter in Laufduelle nach schnellen Pässen geschickt. Man siehe hier beispielsweise das Tor von Ronaldo zum 0-2 nach einem langen Ball von Khedira.

Puyol und Pique waren schlicht nicht schnell genug für die konternden di Maria und Ronaldo, Alvés und und Adriano waren aufgrund des Rückstands zu hoch positioniert, um bei einem Gegenangriff effektiv verteidigen zu können.
Mourinho erkannte diese Gelegenheit und lies Ronaldo weitestgehend von Defensivarbeit befreit, damit dieser die hohe Stellung Alvés für schnelle Gegenangriffe nutzen konnte, wie auch die Heatmap des Spiels zeigt: Ronaldo spielte im Schnitt deutlich höher, als der nominelle Doppelsturm Higuain und Özil.

Dagegen schwer statistisch festzuhalten, sind die teilweise erschreckend Abwehraktion an sich. Die Absprache fehlt oft, Puyol und Pique unterliegen starken Formschwankungen und bieten des Öfteren Leistungen zwischen zweiter Liga und Weltklasse. Dazu kommt die generelle hohe Stellung des FC Barcelona und das langsame Nachrücken der Mittelfeldspieler: Schon steht Barcelona am eigenen Strafraum und verteidigt numerisch unterlegen, wie gestern bei der Situation, die zum Elfmeter führte. Es gab in diesem Moment keinen Druck auf Barcelona unbedingt in Führung gehen zu müssen, dennoch konnte Madrid Pique in eine eins gegen eins Situation zwingen.

Song als Lösung für die Abwehrprobleme? 

Im Sommer holte der FC Barcelona mit Alex Song einen defensiven Mittelfeldspieler, der offensive und defensive Qualitäten vereint. Allerdings durfte dieser zuletzt nur äußerst selten über 90 Minuten ran. Auch wenn er bisher solide Leistungen ablieferte, scheint es nicht für mehr als eine Platz im Rotationsprinzip zu reichen. Dabei könnte gerade Song der Abwehr neuen Schwung geben.

Der Kameruner bringt eine athletische Note mit und versprühte in den letzten Partien eine Fitness, wie sie derzeit nur wenige Spieler aufweisen. Er ist kopfballstark, weshalb er nahezu jedes Kopfballduell für sich entscheidet, wie Spiele gegen Sevilla, Zaragoza, Getafe und Osasuna beweisen, in denen Song nicht ein einziges Luftduell verlor. Dies könnte nicht nur die bekannte Schwäche bei Standards ausmerzen, sondern wäre auch ein Mittel gegen hohe Bälle in den Rücken der zuweilen zu langsamen Abwehr.

Desweiteren spielt Song auch am Boden eine starke Saison, gewinnt viele Zweikämpfe und fängt viele Bälle ab.Im Schnitt 1,6 Bälle pro Spiel und damit mehr als Puyol oder Mascherano. Lediglich Pique und Busquets weisen bessere Statistiken in diesem Bereich auf.


Desweiteren kommt die ungeheure Sicherheit von Song im eins gegen eins Dribbling noch oben drauf. Im Schnitt wird er pro Spiel nur 0,4 Mal ausgedribbelt und und rangiert damit im internen Ranking vor Busquets, Pique, Mascherano und Alves.

Dazu überzeugt Song auch offensiv,
immerhin zählte er auch bei Arsenal
bereits zu den Spielern, die immer gut für einen Lückenpass waren. Deswegen verliert Song auch nahezu keine Bälle, gegen Sevilla beispielsweise lag seine Passgenauigkeit zuletzt bei 95%. Womit er von seinen 79 Ballberührungen lediglich 4 wieder verloren hat. Damit wies er zusammen mit Thiago den drittbesten Erfolgswert seiner Pässe auf, gleichzeitig hatte er die viert meisten Ballkontakte seiner Mannschaft.


2) Der Ballbesitz

Eng mit der Abwehrschwäche verbunden, ist der Ballbesitz. Unter Guardiola tendierte man dazu, in schwierigen Spielen den Gegner mit Ballbesitz erdrücken zu wollen. Diese Gangart sieht man diese Saison seltener, zuletzt machte vor allem Celtic Glasgow damit Bekanntschaft. Vilanova hat seiner Mannschaft zu Beginn dieser Spielzeit ein schnelleres und direkteres Spiel mitgegeben. Die Spieler sollten den Ball nicht mehr so lange halten, sondern schnell abspielen und so schneller und einfacher Lücken finden. Dennoch erhöhte sich die durchschnittliche Passgenauigkeit, wobei die Anzahl der Pässe sich durchschnittlich nicht entscheidend veränderte.

Dementsprechend wurde das Spiel zwar direkter, aber auch gleichzeitig weniger risikoreich. Der Ball lief schnell, dies allerdings des Öfteren quer zum Strafraum der Gegner, die Abnahme der Schnittstellenpässe von 1,43 unter Pep Guardiola auf 1,0 unter Vilanova pro Spiel passt in dieses Bild. Bestes Beispiel ist dafür Xavi, der in der Saison 11/12 noch auf 2,5 Schnittstellenpässe kam, dagegen unter Vilanova nur noch 1,4 dieser Pässe auf 90 Minuten spielt. Die nebenstehende Grafik zeigt deutlich, wie die Schlüsselpässe in der letzten Zeit abgenommen haben. Bei nahezu allen Spielern, abgesehen von Andrés Iniesta, ist ein klarer Rückschritt zu den vorherigen Saisons zu beobachten.

Damit sollte eigentlich das Risiko auf Ballverluste runtergeschraubt werden, allerdings war dies nicht zu beobachten, ganz im Gegenteil hat man als Beobachter oft das Gefühl, dass die Barcelona-Spieler den Ball nur noch halten, damit sie dem Gegner keine Chance geben, selbst etwas mit dem Spielgerät anzustellen. Man hält den Ball um des Ballhaltens Willen und nicht um damit eine taktische Vorgabe zu erfüllen.

3) Die Flügelarbeit

Das System des FC Barcelona beruht stark auf der Breite, die die offensiven Außenverteidiger und die Flügelspieler schaffen. Die Spieler stehen breit und versuchen damit auch die Abwehr des Gegners auseinander zuziehen, um damit Platz für Pässe in den freien Raum zu schaffen. Gleichzeitig bedeuten breit stehende Flügelspieler für den Gegner mehr Laufarbeit, da er konsequenter mitschieben muss.

Allerdings beruht diese Annahme auf der Tatsache, dass die Flügelspieler des FC Barcelona jederzeit dazu in der Lage sind, Gefahr zu kreieren. Ob es sich dabei nun um einen Torabschluss oder eine gefährliche Hereingabe handelt, ist erstmal zweitrangig. Allerdings fallen die Möglichkeiten einer Flanke enorm niedrig aus, da nahezu nur halbhohe bis niedrige Flanken ihr Ziel finden, oft fehlt dem FC Barcelona die körperliche Präsenz im Strafraum der Gegner, weshalb die Flügelspieler oft den Weg nach innen gehen, um selbst zu treffen und damit den Weg für die Außenverteidiger zu öffnen, die breit stehen bleiben.

Unter Vilanova ist allerdings ein neues Phänomen zu beobachten. Die Flügelspieler arbeiten nur noch Messi zu und werden selbst nur selten gefährlich. Das Team Vilanova/Roura setzt mit Iniesta und Pedro meistens auf eine Kombination aus einem sehr zentral orientierten Spieler auf der linken Seite und einem Arbeiter auf der rechten Seite. Die Marschrichtung damit ist klar. Alba soll die linke Seite bespielen, während Iniesta nach innen tendiert und es den Verteidigern damit schwer macht, ihm zu folgen, gleichzeitig beteiligt er sich natürlich am Kombinationsspiel. Auf der anderen Seite soll Pedro Läufe ohne Ball durchführen, um die Abwehr zu verwirren oder im besten Fall auseinanderzuziehen. Allerdings strahlen beide Spieler keine große Torgefahr aus.

Die Reservespieler des FC Barcelona dagegen sind deutlich direkter ausgerichtet und tororientierter, leiden allerdings an Formschwäche (Alexis) oder sind von Namen her noch nicht bereit für die erste Mannschaft (Tello und auch Deulofeu). Weshalb David Villa nicht zum Stammkader gehört, bleibt das Geheimnis der Trainer. Villa bringt auf der linken Seite Torgefahr mit, gleichzeitig ist er ein Spieler, der sich am Passspiel beteiligen kann und er ist flexibel genug, um gelegentlich Positionen zu tauschen und so auch in der Mitte mit Messi für Gefahr zu sorgen. Nicht umsonst ist er zweitbester Torschütze der Katalanen, dies allerdings mit nur 9 Einsätzen über die volle Dauer.

Die Grafik verdeutlicht das Problem der Katalanen: Die Offensivspieler, die nicht Messi heißen, treffen zu selten. Villa kam in der letzten Saison, trotz seiner Verletzung, auf fast so viele Tore, wie diese Saison. Pedro stagniert, genauso wie Iniesta auf einem niedrigen Niveau, Xavi und Fabregas haben im Vergleich zur letzten Saison abgebaut und Alexis hat diese Saison erst ein einziges Tor erzielt. Natürlich sind noch einzige Spiele für den FC Barcelona zu absolvieren, allerdings darf in diesen und vor allem in der jetzigen Verfassung nicht mit einem großen Sprung gerechnet werden, weshalb die Fans zuletzt auch immer öfter einen torgefährlichen und "echten" Neuner fordern.


4) Die Abhängigkeit von Messi

Alle die bisher genannten Punkte begleiten den FC Barcelona seit Saisonbeginn. Dennoch führen die Katalanen die Tabelle in Spanien souverän an, spielen noch in der Champions League und sind erst im Pokalhalbfinale gescheitert. Der Grund für diesen Erfolg war bisher meist einfach zu finden: Lionel Messi. Der Weltfussballer spielt erneut eine überragende Saison und rettete Barcelona im Verlauf dieser Saison bereits öfter vor einer Niederlage. Beispielhaft dafür steht das Spiel gegen Granada, als Messi ein 0-1 und einen uninspirierten Auftritt seiner Mannschaft im Alleingang rettete und das Spiel auf 2-1 drehte.
Die Statistiken zeigen eine klare Abhängigkeit von Messi. Der Argentinier hat nahezu die Hälfte der Barcelona-Tore in der Liga erzielt. Der Zweitbeste Torschütze rangiert mit 7 Toren weit abgeschlagen hinter den 38 Toren von Messi.

Doch selbst gegen Messi scheinen die Gegner inzwischen ein Rezept gegen ihn gefunden zu haben. Nicht nur, dass Messi bereits jedes Spiel des FC Barcelona bestreiten muss, er muss auch jedes Spiel eine gute Leistung zeigen, allerdings wird ihm dies zuletzt durch den Gegner immer schwerer gemacht. Dadurch, dass Messi als Falsche 9 agiert und damit zentral nahezu überall unterwegs ist, haben viele Mannschaften aufgehört, Messi weit zu verfolgen. Im Fokus steht vor allem das Verhindern von Torchancen durch den Argentinier, was im Extremfall auch mal mit 4-5 Spielern verhindert wird.

In der Vergangenheit haben sich mehrere Versuche Messi zu stoppen herauskristallisiert, aber so eindrucksvoll wie Mailand gelang dies selten. Die Mailänder nahmen den Stürmer konsequent in ein Dreieck, in dem sie versuchten sowohl alle Dribbel -als auch alle Passwege abzuschneiden. Zwar konnte er sich weiterhin am Passspiel beteiligen und versuchte immer wieder sich der Bewachung zu entziehen, kam allerdings nur 2 Mal zum Abschluss.Durch das Dreieck, aus Sechser und den Innenverteidigern wurde Messi der Weg zum Tor abgeschnitten, während er allerdings den Pass nach hinten spielen konnte. So erreichte er zwar eine hohe Passgenauigkeit von 91%, was etwa 6% über seinem Durchschnitt liegt, konnte allerdings zu keiner Zeit echte Torgefahr ausstrahlen.

5) Die Trainer

"Den FC Barcelona kann jeder gewinnen, sogar ich würde mit diesen Spielern einen Titel holen", Aussagen wie diese kennt man inzwischen von jedem Stammtisch. Allerdings beweist das derzeitige Barcelona eindrucksvoll, wie wichtig ein Trainer wirklich ist. Durch die Erkrankung von Vilanova rutschte Jordi Roura an die Seitenlinie und betreut seitdem die Mannschaft. Dennoch steht er im ständigen Kontakt zum in New York weilenden Vilanova, weswegen es schwer fällt, Roura  die Schuld an der derzeitigen Misere unterzuschieben.

Dennoch gibt es Grund zur Kritik an der Arbeit des Trainerteams. Die Fans des FC Barcelona kritisieren vor allem die Personalpolitik. Villa gehört für viele in die Startelf, Fabregas soll laut aktuellen Umfragen für ihn Platz machen. Gut 91% wünschten sich laut einer sport.es die Aufstellung von Villa im Spiel gegen Madrid. Dennoch lief Iniesta auf dem linken Flügel auf.
Gleichzeitig spielten sich Spieler wie Adriano, Montoya und auch Bartra in ihren wenigen Einsätzen in den Vordergrund, wurden allerdings nicht oder nur spät berücksichtigt. Die Meinung vieler Fans ist klar: Der Name schützt nicht vor der Bank.Schon gar nicht, wenn es darum geht die Abwehr zu stabilisieren. Montoya bringt zwar eine weniger hohe offensive Arbeitsrate mit wie Dani Alves, allerdings ist der junge Spanier auch defensiv eingestellter und vertedigte bei seinen Einsätzen auf einem extrem hohen Niveau.
Auf der anderen Seite steht mit Adriano ein extrem torgefährlicher Außenverteidiger zur Verfügung, der immerhin schon 5 Tore erzielte und sogar bereits in der Innenverteidigung eingesetzt wurde, um schnelle Spieler aufzuhalten, womit Puyol zuletzt arge Probleme hatte.

Jeder andere Verein hätte wohl bereits zu einer anderen Lösung gegriffen, es passt allerdings in das Konzept der Katalanen auf ihre Eigengewächse zu vertrauen, auch auf der Bank, weshalb Roura durchaus weiterhin den noch bis Anfang April abwesenden Vilanova vertreten sollte. Ob sich dann allerdings sofort eine Besserung einstellt ist zu bezweifeln, vor allem weil die entscheidene Phase der Saison bereits abgelaufen sein dürfte.

6) Fazit

Barcelona hat Probleme. Das ist ohne Frage derzeit. Allerdings sind diese durchaus lösbar und erfordern ein wenig Mut der Trainer zu entscheidenden Einschnitten. Das Pressing muss verbessert werden, die Abwehr muss so oder so sicherer stehen. Gegen Madrid zu verlieren ist nicht Ungewöhnliches, auch das 2-0 in Mailand ist in der Kategorie "Vertretbar" einzuordnen. Allerdings sind die Probleme bisher vor allem durch einen überragenden Messi und die größtenteils schwachen Gegner in Liga und Pokal kaschiert worden. Speziell die Statistiken sprechen eine klare Sprache und weisen daraufhin, dass die Probleme sich bereits durch die ganze Saison zu ziehen.

Im Spiel gegen Mailand ist durchaus davon auszugehen, dass Barcelona einem Rückstand hinterher laufen wird, die Abwehr scheint vor allem gegen schnelle Gegenspieler überfordert zu sein, weshalb ein Gegentor im Camp Nou zu erwarten ist. Dann noch 4 Tore zu erzielen wird verdammt schwer, dass muss allen bewusst sein. Dementsprechend würde sich eine Lösung mit Song in der Innenverteidigung anbieten, es darf derzeit allerdings bezweifelt werden, ob die Trainer diesen Schritt wagen.


Freitag, 1. Februar 2013

Die interessantesten Wintertransfers 12/13

Nacho Monreal – Linksverteidiger – 26 Jahre – Spanier

Von Malaga zu Arsenal: etwa  10 Millionen

Am letzten Transfertag hat Arsenal London sich mit Nacho Monreal, einem Linksverteidiger vom FC Málaga, verstärkt. Dabei stehen mit André Santos und Kieran Gibbs bereits zwei linke Verteidiger im Kader der Gunners.
Monreal gilt als defensivstarker, aber offensiv unauffälliger Verteidiger, mit internationaler Erfahrung. Für viele ist er die Alternative in der spanischen Nationalmannschaft zu Jordi Alba. 

Was er mitbringt:
Monreal spielt seine Rolle sehr konservativ, er ist kein Spieler, wie Alba oder Teamkamerad André Santos, die extrem hoch spielen, sondern achtet vor allem auf seine defensiven Aufgaben. Dazu spielt er, angepasst an den Stil Málagas, viele kurze Bälle, mit einer durchweg grundsoliden Erfolgsquote. Bei den Spaniern war er bisher, mit Pendant Jesús Gámez, dafür verantwortlich, die Angriff über die Flügel einzuleiten. Bisweilen stößt er selbst mit nach vorne, dann allerdings immer eher mit einer absichernden Positionierung. Seine defensiven Aufgaben löst er sehr gut mit wenigen Fouls, besonders hohe lange Bälle kann Monreal extrem gut entschärfen, er weist eine gute Kopfballtechnik und Übersicht auf. 

Wie er Arsenal besser machen kann:
Die Konkurrenz auf der Linksverteidigerposition bei Arsenal dürfte vor allem Kieran Gibbs sein, allerdings fällt dieser wohl um die drei Wochen aus, solange galt André Santos als Ersatz. Dieser wird allerdings von vielen Fans als Unsicherheitsfaktor gesehen, da er oft unkonzentriert wirkt und hinter Podolski oder Walcott sehr offensiv spielt, womit er sich defensiv oft mit kleineren Fouls aushelfen muss. Santos zeigt bisweilen extrem offensichtliche defensive Schwächen und gilt deshalb für viele als alles andere als eine Dauerlösung. Monreal kommt Arsene Wenger da sehr entgegen, damit dass er defensiv sehr ordentlich steht, stellt er ein gutes Pendant zu Podolski oder Walcott dar und kann für defensive Stabilität sorgen.
Zu bedenken ist allerdings, dass der Spanier nicht mehr in der Champions League eingesetzt werden darf, und Gibbs zumindest für das Hinspiel gegen die Bayern ausfallen wird, Wenger spielte bereits mit dem Gedanken, Vermaelen auf der Linksverteidigerposition spielen zu lassen. 


Ezequil Schelotto – Rechts Mittelfeld – 23 Jahre – Argentinier

Von Atalanta zu Inter Mailand: etwa 5,3 Millionen

Inter Mailand hat sich kurz vor Ende der Transferperiode mit Ezequiel Schelotto vom Ligarivalen Atalanta Bergamo verstärkt, der rechte Mittelfeldspieler ist damit der einzige richtige offensive Flügelspieler im Kader.
Schelotto gilt als spielstarker, die Breite haltender und laufstarker Mittelfeldspieler, der ein großes Potenzial hat, das sich bisher in der Serie A öfters andeutete. 

Was er mitbringt:
Der Argentinier ist ein klarer Flügelspieler, seine bevorzugte Seite ist rechts. Bei Atalanta spielte er in einer breiten Viererkette meist ganz außen und musste dementsprechend sowohl nach vorne, als auch nach hinten arbeiten. Er überzeugt mit einer soliden Passquote und ordentlicher Defensivarbeit. Allerdings ist er kein torgefährlicher oder direkter Spieler, in seinen bisherigen 16 Einsätzen konnte er nur eine Vorlage beisteuern. Schelotto gilt eher als Kombinationsspieler, der lieber zu seinen Mitspielern abgibt, als es selbst zu probieren. Beim direkten Duell seiner beiden Klubs, Inter und Atalanta, konnte man sehr genau erkennen, dass er gut zu Inter Mailand passt. Beide Vereine ähneln sich sehr, was die grundsätzliche Spielidee angeht. 

Wie er Inter Mailand weiterhelfen kann:
Schelotto kann Inter im Spiel die bisher fehlende Breite angeben, diese fehlte bisher oft, da ein Großteil der offensiven Spieler sehr zentral orientiert ist, spielte Trainer Stramaccioni teilweise mit 3 zentralen Offensivkräfte, womit das Ballbesitzspiel extrem schwierig wird. Wenn die Außenverteidiger nicht mit aufrücken, wird das Feld sehr eng, womit viel Kombinationsplatz verloren geht. Speziell Zanetti, der bisher die rechte Seite bespielte, kann nicht mehr über 90 Minuten die Seitenlinie auf –und abspielen, weshalb ihm ein Vordermann extrem weiterhelfen würde.
Diesen Umstand bemerkte auch der Trainer, weshalb er zuletzt mit einigen Alternativen experimentierte, so spielten Nagatomo und Jonathan in den letzten Partien des Öfteren auf Rechtsaußen. Dabei fällt auf, dass die linke Seite immer dominanter in der Häufigkeit der Angriffe ist, als ihr Pendant, was daran liegt, dass sämtliche rechten Flügelspieler dann doch eher defensiv ausgerichtet sind. Hier kann Schelotto deutliche Besserung versprechen. 


Michel Bastos – Flügelspieler – 29 Jahre – Brasilianer

Von Lyon zu Schalke: Leihe 

Die Schalker reagierten im Januar auf die zahlreichen Verletzungen und den Abgang von Lewis Holtby und holten einen neuen Offensivspieler. Michel Bastos kommt per Leihe aus Frankreich von Olympique Lyon. Bei Schalke ist Bastos einer von 5 Spielern, die am liebsten auf dem linken Flügel spielen. Afellay fehlt noch bis März, Barnetta blieb bisher hinter den Erwartungen zurück, Klingenburg ist noch weit von der Startformation entfernt und Draxler möchte nach dem Abgang von Holtby auf der „10“ spielen. Damit ist der Weg frei für Bastos, der im zweiten Rückrundenspiel wohl sogar in die Startelf rutscht.

Was er mitbringt:
Bastos bringt nicht nur viel internationale Erfahrung mit, sondern auch die perfekten Anlagen, um das Offensivspiel der Schalker gefährlicher zu machen. Er ist nicht nur ein extrem starker Distanzschütze, er bringt auch alles für ein gepflegtes Offensivspiel mit schnellen, kurzen Pässen mit. Im sehr ausgeglichenen Flügelspiel der Franzosen spielte er eine breite Rolle, zog allerdings immer wieder in die Mitte, um selbst den Abschluss zu suchen. Der Brasilianer gewinnt extrem viele 1 gegen 1 Dribblings, überzeugt aber dennoch mit einer Passquote von nahezu immer über 80% angekommenen Pässen. 

Wie er Schalke weiterhelfen kann:
Schalke 04 zeigt in der bisherigen Saison große Schwächen beim Bespielen der linken Offensivseite. Zwar spielt mit Fuchs ein offensiv ausgerichteter Außenverteidiger links und oft mit Draxler ein technisch starker Mann davor, jedoch fehlt oft jegliche Gefahr über die linke Seite. Im Schnitt kamen nur etwa 30% aller Angriffe über links, die nur zu 14% aller Schüsse führten. Im Gegensatz dazu war die rechte Seite deutlich aktiver, mit mehr als 40% aller Angriffe.
Die Verteilung der Angreifer fiel und stieg bisher mit der Form von Julian Draxler, mal kam dieser überhaupt nicht ins Spiel und die Königsblauen spielten nur ein Fünftel ihrer Angriffe über links und gaben dabei keinen einzigen Schuss über rechts ab, mal spielte Draxler stark und Schalke spielte nahezu die Hälfte über links. Mit Bastos kommt jetzt ein konstanter, quirliger Mann für links, der eine enorme Torgefahr ausstrahlt, etwas was seinem stärksten Konkurrenten Ibrahim Afellay noch abgeht, dieser steht eher für ein weniger direktes Angriffsspiel. 

Quellen: transfermarkt.de, whoscored.com, espn.co.uk, futbol_mercado(Twitter), spox.de

Sonntag, 20. Januar 2013

Die Lösung der Towartfrage beim FC Barcelona

Victor Valdés wird seinen Vertrag nicht verlängern - stern.de

Seit wenigen Tagen ist klar, Victor Valdés wird seinen Vertrag beim FC Barcelona nicht verlängern und damit ab dem 30.6.2014 ablösefrei zu haben sein. Eine Entscheidung, die ihre positiven und negativen Seiten hat.

Einerseits verliert Barcelona mit Valdés einen Führungsspieler aus der eigenen Jugend, der immer da war, wenn ihn das Team brauchte - es gibt stundenlanges Videomaterial auf Youtube zu seinen tollen Paraden. Barcelona verliert aber nicht nur seine starken Reflexe auf der Linie, sondern auch sein exzellente Ballbehandlung und einen der spielerisch stärksten Torhüter der Welt.

Andererseits bietet diese Entscheidung eine Chance, auf die so mancher Valdés-Gegner schon lange wartet. Für viele ist der bisweilen unsicher wirkende und zu Patzern neigende Keeper eine Schwachstelle, dementsprechend groß war auch die Anzahl der Fans, die kein Problem damit haben, dass Valdés seinen Verein verlassen wird. Barcelona hat nun die Chance, auf der Torwart-Position entscheidend nachzubessern und einen ihrer wenigen Schwachpunkte zu beheben.

Aber welcher Torwart, bzw welche Lösungsmodell kommt für die Katalanen derzeit in Frage? Valdés wird seinen Vertrag bis Mitte 2014 erfüllen, ein Wechsel im Sommer wurde ausgeschlossen, weshalb es eventuell noch etwas früh ist, nach einer Lösung zu suchen, dennoch gilt es die Augen offen zu halten.

Lösungmodell 1) - Die eigene Jugend

Es ist der FC Barcelona, dort wird es doch wohl eine Lösung in der Jugendschule geben? Das Problem ist ein bekanntes. Barcelona hat keine herausragenden Keeper. Bei Barcelona B spielen mit Oier und Masip zwei überdurchschnittliche junge Torhüter, ob diese allerdings das Niveau haben, Valdés zu ersetzen ist mehr als zweifelhaft.
Die Barcelona-Torhüter Abteilung - Twitter Pinto13


Zwar hat sich Oier Olazabal in den letzten Monaten verbessert, dennoch ist er derzeit keine Alternative. Allerdings wäre er bereits mit dem Barcelonaspiel vertraut, kennt die Mannschaft und den Trainer bestens, spricht selbstverständlich Spanisch, hat keinerlei Anpassungsprobleme und bringt eine Körpergröße von 1,91 Metern mit. Gerade die Größe hatte Valdés oft Probleme gemacht, speziell bei Standards und Flanken wirkte er desöfteren unsicher, Oier könnte hier Besserung bringen.

Mit Jordi Masip hat man noch einen zweiten talentierten Keeper im Kader, der allerdings bisher nur auf 8 Spiele kommt, Oier hat momentan die Nase vorne. Masip bringt sämtliche Vorteile mit, die jeder andere Absolvent aus La Masia hat, allerdings fehlt ihm im Vergleich zu Oier die Größe.

Gräbt man noch tiefer in Barcelonas Amateurbereich stößt man noch auf mehrere interessante Namen. Miguel Bañuz und Ondoa sind die noch am bekanntesten Namen. Bañuz durfte bereits das Tor der spanischen U19 hüten und dürfte der talentierteste Torwart in den Reihen des FC Barcelona sein. Ondoa ist ein junger Kameruner, der bisher Einsätze in der U19 Barcelonas hatte, für ihn dürfte jede Berufung mehr als zu früh kommen.

Überhaupt ist die Zeit ein Problem. Keiner der vier genannten Torhüter bringt das Zeug mit, Valdés oder gar Pinto zu ersetzen. Einzig Oier hat bereits Erstligamannschaft-Erfahrung gesammelt, allerdings durfte er nur in einem Spiel ran, das für Barcelona damals völlig unbedeutend war. Da Valdés und Pinto beide Verträge bis 2014 haben, wird auch ein "Großziehen" eines dieser Talente verhindert werden, einzig und allein wenn Valdés den Verein bereits im Sommer verlassen würde, wie von einigen Fans gefordert wird, könnte sich diese Lösung mit Pinto als Stammspieler und beispielsweise Oier als "Pokalkeeper" anbieten.


Lösungsmodell 2) - Junger, talentierter Torhüter

ter Stegen ist ein heißer Kandidat - Sportbild
Es ist die vielleicht populärste Methode, die Barcelonafans derzeit in Gedanken durchspielen: Barca verpflichtet einen jungen aber dennoch talentierten und möglichst auch erfahrenen Torhüter. Es soll eine Langzeitlösung werden, die nicht nur das Tor exzellent sauber hält, technische Fähigkeiten am Ball mit sich bringt und in Zukunft der Abwehr, auch nach dem Karriereende von Puyol, Stabilität verleiht.

Die meistgenannte Möglichkeit scheint derzeit Marc-André ter Stegen zu sein. Der Gladbacher überzeugt nicht nur auf der Linie, sondern bringt auch die entsprechende Größe mit, um Barcelona mehr Ruhe bei hohen Bällen zu geben. Dazu hat er auch technisch ansprechende Fähigkeiten und hält derzeit sogar eine höhere Passquote als Victor Valdés, der ja für viele als Prototyp eines mitspielenden Torwarts gilt. Dazu bringt er für seine Alter eine erstaunliche Erfahrung mit, immerhin hat er schon gegen Vereine wie Dortmund und Bayern gespielt, zwei Gastauftritte in der Champions League gehabt und spielte auch schon in der Nationalmannschaft. Es klingt also sehr nach dem Top-Kandidaten für die Position des Torhüters bei Barca, allerdings hat ter Stegen einen Vertrag bis 2015 und würde wohl einiges an Geld brauchen, um von Gladbach losgeeist zu werden, kein Verein der Welt würde einen Mann wie ihn herschenken.

Gerade das Problem der hohen Ablöse bringt Mattia Perin nicht mit. Der 20-jährige Italiener ist derzeit von Genua nach Pescara ausgeliehen und spielt sich dort in den Fokus der italienischen Fußballfans. Dabei spielte er bereits zuvor überragend und hütete das Tor in sämtlichen U-Auswahlen Italiens. In seiner Heimat wird er vor allem mit Zoff und Buffon verglichen, zwei absolute Weltklasse-Torhüter. Er ist nicht nur auf der Line stark, sondern auch in der Luft und beim Herauslaufen, lediglich seine Fähigkeiten am Ball lassen etwas zu wünschen übrig, allerdings ist dies keine markante Schwäche. Aber nur etwa 50% angekommene Pässe sind doch etwas wenig - hier müsste er noch deutlich zulegen. Der größte Faktor der bei einem möglichen Transfer mitspielen würde, wäre wohl, dass Perin ab 2014 ohne Vertrag ist, Barcelona könnte ihn also ablösefrei nach Katalonien holen.

Ein weiterer Name, der immer wieder fällt, wenn es um die talentiertesten Torwärte derzeit geht, ist der Name von Maksym Koval, der 20-Jährige Ukrainer spielt derzeit für Dynamo Kiew und gilt als eines der größten Talente auf seiner Position. Bereits mit 17 Jahren soll er vom FC Arsenal umworben worden sein, allerdings kam damals kein Wechsel zustande. Derzeit ist keine klare Schwäche bei ihm auszumachen, weshalb er sich bereits bei Vereinen wie Milan ins Gespräch brachte. Einzig hinderlich dürften sein Vertrag bis 2017 und das übliche Sprachproblem sein. Allerdings spielte Koval im eher unbeobachteten Osten Europas, weshalb er eventuell etwas unter dem Scouting-Schirm durchrutscht, Dynamo gilt jedoch als extrem harter Verhandlungspartner.

Um dem Sprachproblem aus dem Weg zu gehen, müsste Barcelona derzeit wohl eine Menge Geld auf den Tisch legen, wenn man wirklich die Lösung durch einen jungen talentierten Keeper bevorzugt. Die prominentesten Namen sind Thibaut Courtois und David de Gea, die beide Spanisch sprechen. Courtois spielt aber bei Atletico Madrid und wird demnächst nach London zurückkehren, wo er auf lange Sicht Cech ersetzen soll. Bereits in England ist de Gea, der bei Manchester United das Tor hütet. Beide sind starke Keeper und bringen alles mit um bei Barcelona zu spielen, auch das Spiel mit dem Ball, es bleibt allerdings die Frage bestehen, ob sich Barca wirklich auf Transferverhandlungen mit einem der beiden englischen Größen einlassen will, unter 20 Millionen dürften diese derzeit wohl nichtmal den Hörer abnehmen.

Weitere Namen auf der langen Liste dürften Bernd Leno (20, Bayer Leverkusen), Yann Sommer (24, FC Basel), Nicola Leali (19, Juventus Turin/Virtus Lanciano), David Ospina (24, OGC Nizza) oder Sergio Asenjo (23, Atlético Madrid) sein.

Lösungsmodell 3) - Im besten Alter

Sollte Barcelona wenig risikofreudig auf dem Transfermarkt aufgelegt sein, könnte es durchaus sein, dass die Katalanen einen bereits erfahrenen aber jüngeren Torwart holen, im Fußball spricht man gerne vom "besten Alter". Allerdings dürfte sich hier die Experimentierfreudigkeit wirklich in Grenzen halten, der Neue müsste wohl gleich einschlagen und sofort präsent sein. Man würde praktisch einen 1 zu 1 Ersatz zu Valdés suchen. Dementsprechend sollte der Neuzugang auch Spanisch sprechen und gewisse Liga-Erfahrung haben.

Einer dieser Kandidaten ist Vicente Guaita, der Torhüter des FC Valencia ist hinter Diego Alves die Nummer 2 und holte sich einen Großteil seiner Einsätze bisher im Pokal. Dennoch zeigt seine Marktwertentwicklung und seine Stabilität steil nach oben, wenn Guaita gefordert ist, dann ist er da. Er hat keine klare Schwäche, aber auch kein herausstechendes Merkmal, in allen geforderten Bereichen erfüllt er die Vorgaben eines modernen und starken Torhüters. Zudem spricht er Spanisch, kennt bereits die Liga und war bei Valencia Stammspieler. Mit 25 Jahren ist er zudem für einen Torwart noch vergleichsweise jung und hat schon Champions League Erfahrung. Zudem bringt er mi 1,90 Metern eine nur logische Sicherheit bei hohen Bällen mit.
Übt bereits gegen Messi: Roberto Jimenez - sulekha.com

Ein anderer Kandidat aus der Liga BBVA dürfte Roberto Jiménez von Real Saragossa sein. Der 26-Jährige Spanier gilt als einer der besten Keeper der Liga und hat sämtliche Jugendmannschaften der spanischen Nationalmannschaft durchlaufen, böse Zungen behaupten sogar er hätte das Zeug für die 1.Spanische Nationalmannschaft, allerdings würde immer Valdés bevorzugt werden, weil  er beim FC Barcelona spielt, ein Punkt, der wegfallen könnte, würde er wechseln. Roberto spielte bereits für Atletico Madrid und Benfica und ist dementsprechend erfahren. Nicht umsonst legte Saragossa 8,6 Millionen auf den Tisch, eine ähnliche Summe dürfte für Barcelona machbar sein.

Noch nicht in der spanischen Liga gespielt hat Fernando Muslera. Der 26-Jährige spielte bisher nur in Uruguay, Italien und in der Türkei, ist dennoch international erfahren und bringt sehr gute Anlagen mit. Nicht umsonst spielte er sich 2009 in die Nationalmannschaft und ist seitdem Stammtorhüter. Er verfügt über herrausragende Reflexe auf der Linie und hält regelmäßig Elfmeter. Auch seine technischen Fähigkeiten sind überdurchschnittlich. Allerdings neigt Muslera desöfteren zu Unachtsamkeiten und kleinen bis großen Schnitzern. Sollte Barca bei Galatasaray anfragen, sollten sie sich im klaren darüber sein, dass sie sich einen sehr Valdés-Ähnlichen Keeper holen, mit all seinen Stärken und Schwächen.

Lösungsmodell 4) - Die Rückholaktion

sportblog.co.za
Nicht mehr zur eigenen Jugend zählt Pepe Reina, dennoch zählt er zu den Absolventen von La Masia. Der Spanier spielte bereits beim FC Barcelona, wechselte dann allerdings 2002 zuerst zu Villarereal und 3 Jahre später zu Liverpool. Er spielt nicht nur konstant auf hohem Niveau, sondern bringt auch alle Fähigkeiten mit, die Barcelona für einen Keeper anfordert. Er ist stark im 1 gegen 1, er hat starke Reflexe und eine ordentliche Technik. Er hat eine überragende Spieleröffnung und bringt erstaunlich viele Pässe zum Mann. Jedoch ist er, ähnlich wie Valdés, nicht stark im Beherrschen des Strafraum bei hohen Bällen.

Klar für eine Verpflichtung des  30-Jährigen sprechend allerdings seine Vertrautheit mit dem Verein, seine hohe internationale Erfahrung und natürlich auch, dass er einen Großteil der Mannschaft kennt, sei es aus der spanischen Nationalmannschaft oder aus alten Zeiten. 2011 verwies Reina auf seine Ambitionen mit Liverpool, er wollte um Titel mitspielen und sah in Manchester keine Alternative für einen Wechsel. Barcelona dürfte wohl mehr Chancen haben als ManUtd, ob es recht ist allerdings dahingestellt.

Freitag, 11. Januar 2013

Guardiola's Zukunft - Eine alternative Theorie

Der FC Bayern sucht einen neuen Trainer: Pep Guardiola! Der Vertrag von Benitez läuft am Ende der Saison aus: Pep Guardiola! Mancini hinkt derzeit dem Stadtrivalen hinterher: Pep Guardiola! PSG wird international immer noch nicht voll anerkannt: Pep Guardiola!

Kaum ein Trainer wird derzeit mit so vielen Clubs in Verbindung gebracht, wie der ehemalige Barcelona-Coach. Guardiola ist überall in den Medien zu finden, obwohl er derzeit ein Sabbat-Jahr in New York verbringt. Egal welche Problemstellung sich im Bereich des Trainerpostens ergibt, der Katalane scheint eine Möglichkeit zu sein. Inzwischen geistern sogar wilde Zahlen, wie ein 22 Millionen Salär im Jahr, durch die Medien.

Dabei dürfte gerade das Gehalt keine ausschlaggebende Rolle spielen, so wie man Pep Guardiola in den letzten Jahren wahrgenommen hat, ohnehin hat er mit Barcelona nahezu alle denkbaren Titel und Verdienste eingesammelt. Es stellt sich die Frage, ob er nicht einen alternativen Weg einschlagen möchte, ganz im Gegensatz zu dem, was die Öffentlichkeit ihm aufdrängt. Es wäre durchaus möglich, dass er bei einem kleineren Verein anheuert. Eine These, die begründet werden will.

Guardiola ist ein Fußballromantiker, einer der wenigen Verbliebenen im modernen Fußball. In seiner Zeit bei Barcelona verdient er genug Geld, um sein restliches Leben davon mehr als ordentlich zu leben, er gewann die Champions League, sämtliche nationale Titel, die Klub-WM und auch einige individuelle Titel. Es scheint also nicht völlig abwegig zu sein, dass er auf einigen Komfort verzichtet, um seine Idee vom Fußball durchzusetzen. Es ist durchaus zu erwarten, dass er auf ein höheres Gehalt verzichtet, nur um seinen Traum vom Fußball auszuleben, auch um die ganz großen Titel muss er nicht mehr unbedingt mitspielen, erreicht hat er sie bereits zuvor. Dabei galt für ihn so oder so immer mehr die Spielweise als wichtig, erst danach folgten die tatsächlichen Triumphe.

Des weiteren könnte Guardiola sich damit auch der medialen Aufmerksamkeit entziehen, die ihn bereits zu Barcelona-Zeit extrem quälte. Jeder Satz, jede Handlung, jede Geste wurde auf die Goldwaage gelegt. Die Journalisten bemühten sich regelmäßig darum, ihm schlagzeilenverdächtige Aussagen zu entlocken, ein Verhalten, dass dem Katalanen ordentlich zusagte. Guardiola verlor aufgrund des enormen Drucks Haare, er hatte extreme Rückenprobleme und kämpfte mit einem extremen Stress. Es gibt Geschichten die besagen, er hätte im Schlaf begonnen über Fußball zu reden.

Sollte er in der nächsten Saison einen Vertrag bei einem Topklub in Europa unterzeichnen, wären alle diese Erinnerungen wieder bittere Realität. Die ganze Welt würde in die entsprechende Stadt schauen, es würde sich ein enormer Erfolgsdruck aufbauen. Guardiola gilt als einer der besten seiner Zunft, kombiniert mit dem entsprechend Kader, muss er Erfolg haben, alles andere wäre inakzeptabel. Ein Umstand der ihm nicht gefallen dürfte, nicht umsonst legte er sein Jahr in den USA  ein, ein Land, in dem Fußball nicht der Sport Nummer 1 ist, weit weg vom fußballverrückten Europa und den gierigen Medien.

Ein weiterer Punkt ist, dass Guardiola keiner ist, der sich gut mit Führungspersonen akklimatisieren kann. Jeder Verein, der den Katalanen holen möchte, muss sich bewusst sein, dass dieser seine Idee vom Fußball gnadenlos durchsetzt. Guardiola machte sich im ersten Jahr bei Barcelona nicht viele Freunde als er Spieler wie Ronaldinho, Deco oder Zambrotta aussortierte. Weder mit Laporta, noch mit Rosell soll er eine gute Beziehung geführt haben. Er trifft seine Entscheidungen und die Führungsebene hat sie zu akzeptieren, damit er Erfolg garantieren kann. Nicht vergessen werden darf, wie bereitwillig der Vorstand zu Barcelona-Zeiten sämtliche Transfers abnickte. Im ersten Jahr gab man fast 100 Millionen für neue Spieler aus, vier davon spielen heute nicht mehr bei Barcelona. Auch das Missverständnis mit Ibrahimovic und der daraus resultierende Millionenverlust wurde billigend in Kauf genommen.

Gerade dieser Problematik kann Guardiola bei einem kleineren Verein aus dem Weg gehen, es gibt meistens keine allgegenwärtige Führungsebene und wenn sie es gibt, dann kann sich der Katalane alleine aufgrund seines großen Namens durchsetzen, keiner würde seine Entscheidungen ernsthaft in Frage stellen, ein unheimlich wichtiger Punkt für seine letztendliche Vereinswahl.

Ein völlig anderer Ansatz ist, dass man Guardiola fehlende Erfahrung unterstellt. Was zuerst undenkbar klingt, ist gar nicht so abwegig. Er trainierte bisher nur Barcelona-Mannschaften. Ein Verein, bei dem er jeden Winkel ganz genau kennt, wohl auch jede Person mit Vor –und Nachnamen ansprechen kann und immer weiß wen oder was er zur Hilfe holen kann. Er hatte den Spielstil der Mannschaft selbst als Spieler gespielt, mit Spielern wie Xavi stand er einst gemeinsam auf dem Spielfeld. Diese Vertrautheit hat ihm, kombiniert mit dem extrem guten Kader und den großen finanziellen Möglichkeiten, einen Vorsprung verschafft, den sonst kein anderer dermaßen unerfahrener Trainer bekommen hätte, diesen Umstand darf man bei  der Bewertung seiner Erfolge nicht unter den Tisch kehren. Eben diese Vertrautheit im Verein würde ihm woanders fehlen, er müsste sich einarbeiten, wie jeder andere auch. Und ihm wird diese Zeit wohl nicht gegeben werden, alles was nach einer Guardiola-Verpflichtung zählt, ist Erfolg.

Erfolg ist überhaupt ein interessanter Punkt. Kaum jemand hat sich in den letzten Jahren so schnell einen Ruf erarbeitet, wie Guardiola. Seine Karriere ist ein Bilderbuchbeispiel für „von 0 auf 100“. Der Name Guardiola steht für Qualität und für nahezu grenzenlosen Erfolg. Das dieser Ruf ihm vorrauseilt ist klar, dass er ihn allerdings genauso schnell wieder verlieren kann, wie er gekommen ist, daran denkt kaum jemand. Speziell bei einem Champions League Titel Aspiranten, kann Guardiola extrem schnell auf die Nase fliegen, sein Name verpflichtet inzwischen. Bei einem kleineren Verein könnte er etwas am Rande der medialen Aufmerksamkeit arbeiten und so erst seine enormen Leistungen mit guter Arbeit bestätigen, neue Ideen sammeln und sich neue Umfelder aneignen.

Im Grunde sind all dies nur Vermutungen, genauso wie jede Spekulation um Vereine wie Chelsea, Bayern oder Manchester City. Allerdings darf man Guardiola durchaus für einen Menschen halten, der seine Entscheidungen extrem gut überlegt und sich dieses Jahr bestimmt über einiges seine Gedanken gemacht hat. Ich möchte hier nicht missverstanden werden, ich traue Guardiola absolut zu, einen großen Verein zu trainieren, dennoch halte ich es nicht für unwahrscheinlich, dass er den langsamen und sicheren Weg geht. Dieser muss nicht unbedingt auch langweilig und ereignislos sein.

Sonntag, 23. Dezember 2012

Spielanalyse: Swansea City - Manchester United

Einen Tag vor Weihnachten hat sich die walisische Mannschaft von Laudrup selbst beschenkt: Mit einer starken Leistung holten sie ihren ersten Punkt überhaupt gegen Manchester United. Dabei machten sie den Gästen speziell in der ersten Hälfte enorme Probleme und brachten am Ende, durchaus verdient, das Unentschieden nach Hause.

Die Startformation bei beiden gestaltete sich als ein 4-2-3-1, das eine gute Raumaufteilung und eine sehr gute Breite im Spielaufbau garantiert. Bei Manchester United spielte Wayne Rooney als nomineller Zehner, bei Swansea der als Stürmer gehandelte Dyer als Rechtsaußen, dagegen blieb Ki - der starke defensive Mittelfeldspieler -
erstmal auf der Bank, für ihn spielte Britton.


Die Partie begann sehr intensiv, beide Mannschaften gehören zu den wenigen in England, die aggressiv und hoch pressen. Swansea musste damit rechnen, gegen Manchester die unterlegene Mannschaft zu sein, weshalb sie sich einiges für die Defensive einfallen ließen. Bereits früh in der Partie fiel auf, dass die Formation in der Defensive stark variierte. Mal verteidigte Swansea in einem 4-1-4-1, mal sogar in einem 3-4-3, dies geschah situativ und veränderte sich im Laufe eines Angriffes des öfteren. Dies war auch bedingt durch das extreme Verschieben Richtung Ballführenden, da Swansea konsequent versuche die Spieler von ManUtd auf dem Flügel zu isolieren und Ballverluste zu erzwingen. Dafür bot sich besonders das 3-4-3, in dem die 3er Kette sehr eng im Strafraum stand und die 4er Kette davor stark verschob, der jeweilige ballnahe Außenverteidiger ging in die Mittelfeldkette.

Die Waliser versuchten also Manchester den Platz wegzunehmen und das Flügelspiel über die schnellen Außen Valencia und Young gar nicht erst Tempo aufnehmen zu lassen. Manchester versuchte dem entgegen zu wirken, indem die beiden Flügelstürmer immer wieder den Weg nach innen suchten und mit Rooney des öfteren Positionen tauschten, allerdings blieb vor allem Evra offensiv eher zögerlich, weshalb dann oft die nötige Breite für Flanken verlorenging. Um dem vertikalen Flügelspiel seinen Effekt zu nehmen, wurde speziell Young stark mannorientiert attackiert, der überragenden Tiendalli überließ den Engländer nur äußerst selten seinen Mitstreitern.

Das durch das extreme Verschieben Lücken entstanden ist logisch, eine dieser Löcher im Abwehrverbund konnte Manchester United schließlich nutzen, um die Ecke vor dem 1:0 herauszuholen. Dies geschah immer wieder im Spielverlauf, dass Swansea schlicht vergaß, die Mitte abzudecken, wodurch große Freiräume entstanden, die Rooney allerdings zu selten nutze, ein Opfer seiner Laufbereitschaft.

Um das aggressive Pressing der Gäste zu unterbinden, Rooney und Co. attackierten selbst den Torwart, setzte Laudrup zeitweise auf ein interessantes Abwehrdreieck, wobei einer der Sechser sich nicht zwischen sondern etwas vor die beiden Innenverteidiger fallen lies. Damit war man nicht nur im Spielaufbau sehr pressingresistent, sondern konnte auch die Flügelspieler weit aufrücken lassen, besonders Tiendalli war immer wieder sehr tief in Manchesters Hälfte zu finden. Dies sorgte für den Freiraum, den Michu braucht um die langen diagonalen Zuspiel seiner Mannschaft aufzunehmen. Diese verwertete er meistens selbst, lies dabei allerdings die nachrückenden Guzman und Dyer öfters außer Acht.

Ebenfalls auffallend war, dass Swansea den Strafraum bei gegnerischem Ballbesitz geradezu vollstopfte. Man rechnete wohl mit Flanken auf Rooney und van Persie, weshalb sich teilweise bis zu 7 Spieler im eigenen Strafraum aufhielten, ging es allerdings zu schnell, entstanden schnell Löcher zwischen 3er Kette und 4er Kette, beispielhaft dafür war Rooneys Großchance kurz vor der Pause, als Young zurück auf den Elfmeterpunkt legte.

Manchester sicherte sich lange Zeit den Ballbesitz durch offensive Außenverteidiger und konsequentes Flügelspiel. Allerdings fiel auf, dass die Innenverteidiger nicht sonderlich stark in der Spieleröffnung sind, Vidic und Evans hatten immer wieder Probleme den Ball aus der eigenen Hälfte geschickt zu verteilen. Durch die gute Defensivarbeit und eine überragende Kombination im Angriff sicherte sich Swansea das 1-1 zur Pause.

Sir Alex Ferguson reagierte dementsprechend und lies seine Mannschaft deutlich fluider und höher spielen. Evra ging öfter mit nach vorne und glich damit die leichte Dysbalance gegenüber dem bisher offensiveren Jones aus. Seine Mannschaft versuchte jetzt öfter einen Flügel zu überladen, womit das Isolieren von Swansea nicht mehr so gut klappte wie noch in der ersten Hälfte. Nach dem Wechsel von Chicharito für Valencia gestaltete sich dies noch deutlicher. Der Mexikaner agierte im Sturmzenturm, Young, Rooney und van Persie bewegten sich dahinter sehr frei und flexibel.

Durch die späteren Einwechslungen von Giggs und Scholes nahm das Ballbesitzspiel der Gäste noch mehr zu, Manchester drückte die Waliser in ihre eigenen Hälfte. Diese reagierten mit einer klareren Viererkette als noch in der ersten Halbzeit, auch um die gelb vorbelasteten Williams und Chico zu entlasten. Die Einwechslung von Ki machte dann spätestens klar: es geht mehr darum, das 1:1 zu halten, als noch richtig mit zuspielen. Swansea beschränkte sich jetzt auch mehr auf flache und schnelle Pässe und unterließ lange diagonale Bälle auf Michu nahezu komplett, dieser war zuvor noch teilweise von 4 Mann abgeschirmt worden, diese wurden jetzt mehr und mehr befreit und konnte zum Ballbesitz mit beitragen.

Am Ende fehlte ManUtd das nötige Glück, um das Spiel noch herumzureißen, weshalb es am Ende beim 1-1 blieb. Allerdings hat sich Swansea dieses auch redlich verdient und zeigte einmal wieder, dass sie mit ihrem Mittelfeldpressing durchaus in der englischen Liga mithalten können, auch gegen Größen wie Manchester.



Außerdem zu beobachten: Die Standards

Speziell da ManUtd den Führungstreffer nach einer Ecke erzielte, kann man sich auch die Methodik beider Mannschaften bei Standards genauer ansehen. Swansea deckte im Strafraum klar in einer Deckungslinie, man lies die Gegner praktisch auf sich zulaufen, erst nachdem Evra per Kopf getroffen hatte, liefen Swansea Spieler mit ein. Der Franzose hatte zuvor mit einem Lauf quer zum Tor die Linie ausgehebelt, bei den anschließenden Standards wurde er verfolgt.

Auf der anderen Seite wechselte ManUtd desöftern zwischen Raumdeckung, Deckungslinie und Manndeckung, je nach Ballentfernung und Winkel. Bei Ecken wechselte man zwischen Deckungslinie und Manndeckung oder sogar einer Kombination, der kopfballstarke Michu wurde beispielsweise in einem Viereck gedeckt, bestimmte Spieler - wie Chico - wurden klar am Einlaufen gehindert. Ebenfalls auffällig war, dass beide Mannschaften immer wieder versuchten den Torwart zu blockieren, eine Technik, die zumindest fragwürdig ist. Routledge holte sich dafür auch eine Ermahnung ab.